Meine Reisevorbereitung

Da der Traum einer Motorradweltreise schon seid Jahren in meinem Kopf herumspukte, mußte ich mir über meine „Traumstrecke" nicht mehr viele Gedanken machen.
Von einer Reise durch China und Vietnam muß ich jedoch zunächst wohl einmal Abstand nehmen.
Aber noch stehe ich nicht an den Grenzen dieser Länder und dann kann ich immer noch sehen, wie es weiter geht.

Ich wollte mir kein Zeitlimit oder eine Zeitvorgabe setzen, sechs Monate oder sechs Jahre, alles sollte möglich sein.
Da ich oft nach der Dauer meiner Reise gefragt wurde, habe ich meistens mit einer Zeitspanne von drei bis fünf Jahren geantwortet - wir werden sehen, wann ich wieder zurück bin!
Die Frage nach der Dauer der Reise ist auf meiner Hitliste der Fragen, die mir zu meiner geplanten Reise gestellt wurden, unter die Top Ten gekommen.

Die absolute Nummer eins war aber die Frage: „Was sagen Deine Eltern dazu?". Am liebsten hätte ich nur geantwortet: "Fragt sie doch selbst, ich bin alt genug, um nicht um Erlaubnis fragen zu müssen.", aber dann habe ich den Leuten einfach von der positiven Einstellung meiner Mutter zu dieser Reise erzählt.

Auch wollte ich meine Reise so gestalten, daß ich so wenig wie möglich auf Flugzeuge angewiesen bin, was zwar, auch mit dem Motorrad, die einfachste Art und Weise ist, einen Ozean oder unzugängliche Regionen zu überqueren, aber einen die Relation für die Entfernung verlieren läßt.
Darum werde ich, soweit es möglich ist, solche Strecken mit dem Schiff zurücklegen.
Aber ab und zu werde ich auf das Flugzeug wohl nicht verzichten können!

Von meiner ersten Motorradreise, die mich durch Osteuropa, die USA und Zentralamerika geführt hat, brachte ich schon einige Erfahrungen mit für die Vorbereitung einer solchen Tour.
Ich habe auch eine ungefähre Vorstellung von den voraussichtlichen Kosten einer solchen Reise.
In einem Ratgeber für Motorradreisen hat mir der folgende Satz besonders gut gefallen: „Eine lange Motorradreise ist wie ein großes Ingenieurprojekt - sie dauert meistens länger und ist teurer wie ursprünglich geplant!".
Auf meiner Weltreise wird es drei Kostenfaktoren geben, die ich leider nicht umgehen kann:


An allen anderen Kosten werde ich natürlich versuchen zu sparen....

Ich wollte nicht bis zum letzten Tag meiner Abreise arbeiten, da mit Sicherheit entweder der Job oder die Reisevorbereitungen darunter gelitten hätten. Daher habe ich sechs Monate vor der geplanten Abreise meinen Job gekündigt.
Für die endgültige Reisevorbereitung, zu der ich den Kauf des Motorrades und die Zusammenstellung der Ausrüstung zählte, waren von mir zwei Monate eingeplant.
Ich habe versucht, in dieser Zeit keinen „Urlaubsstreß" aufkommen zu lassen - was nicht bis zum Tag der Abreise erledigt war, war halt nun mal nicht erledigt und mußte während der Reise getan werden.
Da ich die ersten Monate meiner Reise noch mit Sicherheit in Europa verbringen wollte, konnte ich mir alles weitere kaufen oder nachsenden lassen.

Zu Beginn meiner Reisevorbereitung habe ich ernsthaft versucht, Sponsoren zu finden, die mich finanziell oder mit Ausrüstung versorgen konnten. Nach meinem ersten Gespräch mit einem potentiellen Sponsor kam ich mir jedoch wie ein Bettler vor und daher beschlossen, dieses Thema unter den Tisch fallen zu lassen, um nicht betteln zu müssen.

Der bislang einzige Sponsor ist KEDO Performance Products, die Ausrüstung für Tourenfahrer, vornehmlich aus dem Off-Road-Bereich, zur Verfügung stellen.

Es ist auch sehr schwer, ohne Medieninteresse an Sponsoren zu kommen und da ich keinerlei Berichte über meine erste Reise veröffentlicht hatte, lagen auch keine Referenzen vor, die mir eventuell hätten weiterhelfen können.

Weitere Sponsoren sind natürlich immer willkommen ;-))

Ein großer Teil der Vorbereitung bestand aus Lesen von einschlägiger Reiseliteratur, Motorradzeitschriften und Versandkatalogen und dem Surfen im Internet.
Viele Stunden habe ich in der Garage verbracht, um einige Umbauten am Motorrad vorzunehmen, aber auch, um das Bike besser kennenzulernen.

Für Impfungen und Papierkram gingen dann auch noch einige Tage drauf und so vergingen die zwei Monate für die Vorbereitungen wie im Fluge.
Am Abreisetag, dem 01. Mai 1999, hatte ich natürlich noch nicht alle Ausrüstung beieinander, aber beim Aufladen konnten schon einige der unnötigerweise gekauften Sachen gleich wieder entsorgt werden.
Da ich nicht gerne einkaufen gehe, habe ich den größten Teil der Ausrüstung über Kataloge bestellt.
Wie das allerdings bei Katalogen so ist, entdeckt man immer wieder etwas, daß man vielleicht doch noch brauchen könnte und bestellt es einfach mit. Kommt dann das Paket mit der bestellten Ware, fragt man sich meistens, warum man dies oder das eigentlich bestellt hat :-)
Aber das ist schließlich der Sinn von Katalogen und ich bin natürlich mehrere Male in dies Falle getappt ;-)
Ich hatte jedoch nichts vergessen, was eventuell überlebenswichtig sein könnte und bin daher, wie geplant, am 01. Mai 1999 gestartet!

Daran hatte keiner geglaubt, weder meine Freunde, noch ich selber ;-)

Es kann auch daran gelegen haben, daß der Kater von der Abschiedsparty zu groß war, um noch einmal über das Vorhaben nachzudenken.

Aber jetzt bin ich gestartet und unterwegs und freue mich auf Feedback von Euch.......

Euer
Mika