Erschütterungen und Unterbrechungen
Istanbul
August 1999

Wie in allen Massenmedien zu lesen und zu hören war hatte ein Erdbeben von ungeheurer Staerke und Dauer die Erde um Izmit bis nach Istanbul beben lassen.
Mich hatte dieses Beben, wie die meisten Betroffenen auch, im Schlaf erschüttert.
Trotz der Dauer und der Nachbeben wurde ich nur kurz wach, und da ich einen anstrengenden Tag hinter mir hatte schlief ich sofort wieder ein.
Das Haus in dem ich schlief war zum Glück stabil genug gebaut worden um die Erschütterungen zu überstehen, aber vierzigtausend Menschen hatten nicht dieses Glück und wurden unter den Trümmern begraben.

Eine Woche später bekam ich die Nachricht vom Tode meiner Grossmutter in Finnland.
Im Mai hatte ich sie für zwei Wochen in Nokia (Finnland) besucht und noch mit ihr gelacht.
Es dauerte einige Tage bis ich diesen Schock verkraftet hatte und mich um einen Flug zur Beerdigung kümmern konnte.
Es gab für mich keinen Zweifel, ich musste zur Beerdigung und meine Reise unterbrechen solange es nötig war.

Durch das Erdbeben und die Tourismushochsaison, war es sehr schwer einen Flug aus Istanbul heraus zu bekommen, aber ich hatte wieder einmal Glück und konnte rechtzeitig zur Beerdigung in Finnland sein.

Es war ein komisches Gefühl, die Strecke, die ich in drei Monaten mit dem Motorrad zurückgelegt hatte, in einigen Stunden zu überfliegen.
Meine innere Abneigung gegen diese Art des Reisens wurde mir dann von meinem Körper durch starke Kopfschmerzen auf dem Rückflug verdeutlicht.

Aber wie hat Ted Simon noch gesagt:
"Die Unterbrechnungen sind die Reise ".

Mika Kuhn